Zuschläge erteilt: Jetzt beginnt die Standortplanung für 124 E-Lkw-Ladehubs
Die Betreiber der unbewirtschafteten Rastanlagen stehen fest. Für CPOs und Planungsbüros beginnt nun die Aufgabe, 836 Ladepunkte in 124 belastbare Einzelprojekte zu übersetzen.

Die Vergabe ist abgeschlossen: Am 30. Juni 2026 hat die Autobahn GmbH die Aufträge für Planung, Errichtung und Betrieb der E-Lkw-Schnellladeinfrastruktur an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen erteilt. Fünf Lose gingen an eliso Voltix Truck Charging, autostrom.plus, Electric Mobility Infrastructure Deutschland / ENGIE Vianeo, die Bietergemeinschaft STRA-loaded sowie die Bietergemeinschaft E.ON Drive & mblty. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von der Ausschreibung zur Umsetzung.
Was tatsächlich vergeben wurde
| Ladetechnologie | Anzahl | Vorgesehener Einsatz |
|---|---|---|
| MCS | 447 Ladepunkte | Schnelles Zwischenladen im Megawattbereich |
| CCS 400 | 157 Ladepunkte | Zwischenladen mit bis zu 400 kW |
| CCS 100 | 232 Ladepunkte | Laden während längerer Ruhe- und Übernachtungszeiten |
Die 124 Standorte sind die erste vergebene Tranche des bundesweiten Konzepts. Der aktuelle Planungsstand umfasst insgesamt 351 Autobahnstandorte: 124 unbewirtschaftete und 227 bewirtschaftete Rastanlagen. Für die bewirtschafteten Standorte sollen weitere wettbewerbliche Vergabeverfahren folgen. Die häufig genannten rund 1.800 MCS- und 2.400 CCS-Ladepunkte beschreiben deshalb das angestrebte Gesamtnetz, nicht den bereits beauftragten Umfang.
Aus einem Mengengerüst werden 124 Einzelprojekte
Ein Zuschlag legt den Projektumfang fest, ersetzt aber keine standortspezifische Auslegung. CPOs, Generalplaner und Fachplaner müssen für jede Rastanlage Verkehrsführung, Stellflächen, vorhandene Infrastruktur, Netzangebot, Bauphasen und den späteren Ladebetrieb zusammenführen. Gerade bei MCS können kleine Unterschiede bei Ankunftsverteilung, Standzeit und Gleichzeitigkeit große Auswirkungen auf Spitzenleistung und Komponentenwahl haben.
Standortmodell aufbauen: Fahrwege, Schleppkurven, Stellplätze, Kabeltrassen und Bauabschnitte gemeinsam betrachten.
Nachfrage zeitlich modellieren: Verkehr, Aufenthaltsdauer, Energiebedarf und Ladepräferenzen in belastbare Lastfälle übersetzen.
Betrieb simulieren: Warteschlangen, Ladepunktbelegung, Servicegrad und resultierende Netzlast vor der Dimensionierung prüfen.
Ausbaupfade vergleichen: Startausbau und Endausbau so planen, dass Netz, Tiefbau und Leistungselektronik skalierbar bleiben.
Welche Entscheidungen jetzt belastbar werden müssen
- Welche Ladepunktkonfiguration erfüllt den Bedarf je Ausbauphase und nicht nur im Endzustand?
- Welche Anschlussleistung ist technisch erforderlich und welche Leistungsgrenze kann der Netzbetreiber wann bereitstellen?
- Welche Reserve wird für Störungen, Wartung und Nachfragespitzen benötigt?
- Wann reduzieren Lastmanagement, PV oder Speicher den Anschlussbedarf wirklich und zu welchen Gesamtkosten?
- Welche Annahmen müssen CPO, Planungsbüro, Netzbetreiber und Auftraggeber gemeinsam freigeben?
Die Rolle von conduix in der Umsetzungsphase
conduix bildet Nachfrage, Ladebetrieb, Infrastruktur, Netz, PV, Speicher und Wirtschaftlichkeit auf einer konsistenten Datengrundlage ab. So lassen sich Varianten für einzelne Standorte und ganze Portfolios reproduzierbar vergleichen. Das ersetzt keine Genehmigungs- oder Ausführungsplanung, schafft aber die prüfbare Entscheidungsbasis, bevor teure Planungsstände festgeschrieben werden.
"Die Vergabe beantwortet, wer umsetzt. Die nächste Planungsphase muss für jeden Standort beantworten, was wann gebaut werden sollte."